Deutschland - deutsch
WÄHLEN SIE EIN LAND

Wenn das Immunsystem krank macht

JAK-Inhibitoren und ihre Rolle bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen

neuigkeit-jak-inhibitoren-big

Das Immunsystem schützt Menschen für gewöhnlich vor Krankheiten, aber es kann sich auch gegen den eigenen Körper richten. Genau das passiert bei einer Autoimmunerkrankung wie zum Beispiel rheumatoider Arthritis (RA): Das Immunsystem fördert die Bildung von Zellen, die den eigenen Körper angreifen und Entzündungen und Schmerzen verursachen, vor allem in den Händen, Handgelenken und Füßen.

Bestimmte Enzyme – sogenannte Januskinasen (JAK) – spielen eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Signalen in das Innere einer Zelle. Diese Form der Kommunikation ist bei der Bekämpfung von Infektionen unverzichtbar, jedoch kann eine Fehlfunktion zur Entstehung einer Autoimmunerkrankung führen. Bei rheumatoider Arthritis übertragen JAK-Enzyme bestimmte Signale, die dazu führen, dass sich autoreaktive Immunzellen gegen den eigenen Körper richten und die Gelenke angreifen, indem sie entzündungsfördernde Botenstoffe bilden.

Schädliche Signale aufhalten

Forscher verstehen immer besser, welche Rolle die JAK-Enzyme bei Autoimmunerkrankungen spielen. Nun werden Möglichkeiten untersucht, wie die schädlichen JAK-Signale durch hemmende Substanzen, sogenannte Inhibitoren, aufgehalten werden können. So soll die Übertragung dieser Signale unterbrochen werden.

JAK-Inhibitoren sind kleine Moleküle, die die Aktivität der JAK-Enzyme verringern. Sie wurden erstmals Mitte der 1990er Jahre untersucht, um die Abstoßung von Nieren nach einer Transplantation zu verhindern. Dabei zeigte sich, dass JAK-Inhibitoren die Signalübertragung des Botenstoffs Interleukin-2 (IL-2) einschränken. IL-2 ist ein wichtiger Signalweg, der bei der Abstoßung einer transplantierten Niere übermäßig stimuliert wird.2 Derzeit sind vier Unterformen von Januskinasen bekannt: JAK1, JAK2, JAK3 und TYK2. Diese erfüllen unterschiedliche Aufgaben in der Immunreaktion: Eine Hemmung einzelner Unterformen kann unterschiedliche Wirkungen im Immunsystem hervorrufen. So spielt JAK1 eine entscheidende Rolle bei der Signalübertragung im Rahmen der rheumatoiden Arthritis, JAK2 spielt eine wesentliche Rolle bei der Blutbildung.

      

 

 

Schematische Darstellung der einander ähnlichen Kristallstrukturen der JAK1 (blau) und JAK2 (grün).

Auf Selektivität kommt es an

Die JAK-Inhibitoren der ersten Generation kamen Anfang 2011 auf den Markt und verfügten insgesamt über ein geringes Maß an Selektivität gegenüber den JAK-Unterformen1. In der Pharmakologie beschreibt der Begriff Selektivität, wenn ein Wirkstoff stärker an das gewünschte Zielprotein bindet und schwächer an andere, sozusagen die „Zielgenauigkeit“. Die Selektivität kann positive Effekte sowohl auf die Wirksamkeit als auch auf das Nebenwirkungsprofil eines Arzneistoffes haben.

Um Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis noch gezielter zu behandeln, läuft die Forschung an neuen, selektiveren JAK-Inhibitoren seit einigen Jahren auf Hochtouren, auch bei AbbVie. „Forschung erfordert einen langen Atem. Wir arbeiten weiter an neuen Therapieoptionen, die Menschen mit rheumatoider Arthritis und anderen komplexen Erkrankungen helfen können“, sagt Stefan Simianer, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei AbbVie Deutschland.

 

 

Schematische Darstellung der einander ähnlichen Kristallstrukturen der JAK1 (blau) und JAK2 (grün)3,4.



1. Gadina M. Janus Kinases: An Ideal Target for the Treatment of Autoimmune Diseases.
    Journal of Investigative Dermatology Symposium Proceedings (2013) 16,S70-S72.

2. Changelian1 P, Flanagan M, Ball D, Douglas J. Ball, et al. Prevention of Organ Allograft Rejection by a Specific
    Janus Kinese 3 Inhibitor. Science 31 Oct 2003; Vol. 302, Issue 5646, pp. 875-878.

3. Friedman M, Frank KE, Aguirre A, Argiriadi MA, Davis H, Edmunds JJ, et al. Structure activity optimization of
    6H-pyrrolo[2,3-][1,2,4]triazolo[4,3-1]pyrazines as Jak1 kinase inhibitors. Bioorg Med Chem Lett 2015:25:4399-404.

4. Lucet IS, Fantino E, Styles M, Bamert R, Patel O, Broughton SE, et al. The structural basis of Janus kinase 2 inhibition
    by a potent and specific pan-Janus kinase inhibitor. Blood 2006:107:176-83.

Verlassen abbvie.de

Die von Ihnen angeforderte AbbVie-Internetseite ist nur für bestimmte Länder vorgesehen. (Entsprechende Hinweise finden Sie auf der Seite.) Daher kann die Website Informationen zu Arzneimitteln, anderen Produkten oder zur Verwendungen dieser Produkte enthalten, die in anderen Ländern oder Regionen nicht zugelassen sind. Sollte Letzteres für Sie zutreffen, wenden Sie sich bitte an Ihre AbbVie Landesgesellschaft, um die richtigen Produktinformationen für Ihr Land zu erhalten.

Die von Ihnen angeforderte AbbVie-Internetseite ist nicht in deutscher Sprache.

Die AbbVie-Internetseite, die Sie angefordert haben, ist möglicherweise nicht für Ihre Bildschirmgröße optimiert.

Möchten Sie fortfahren?

Beenden abbvie.de

Hinweis

Sie haben einen externen Link gewählt

Wenn Sie auf "Ja" klicken, verlassen Sie die Homepages on AbbVie. Bitte beachten Sie, dass die AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG für den Inhalt der verlinkten Seiten nicht verantwortlich ist.

Die AbbVie-Internetseite, die Sie angefordert haben, ist möglicherweise nicht für Ihre Bildschirmgröße optimiert.

Wollen Sie die Seite verlassen