Die Kraft des Körpers nutzen

Wir arbeiten daran, den menschlichen Körper besser zu verstehen, um die Erkenntnisse zur Bekämpfung von Erkrankungen einzubringen.

Je besser wir den menschlichen Körper verstehen, desto besser können wir ihn uns bei der Bekämpfung von Erkrankungen zunutze machen. Krebs und immunvermittelte Erkrankungen sind nur zwei Bereiche, in denen moderne Forschung zeigt: Neue Lösungen können auch aus dem Inneren des Körpers kommen.

Immunonkologie und Immuntherapien

Völlig gegensätzliche Herausforderungen begegnen uns in der Immunonkologie und in der allgemeinen Immunologie, wenn es um das Immunsystem des Körpers geht. Während wir das Immunsystem in der Onkologie unterstützen wollen, damit es Tumoren angreift, muss es bei immunologischen Erkrankungen gedrosselt werden, weil es fälschlicherweise Schäden in gesundem Gewebe verursacht. Der Schlüssel zur Behandlung beider Erkrankungsarten könnte in einer Immuntherapie liegen.

Wenn Tumoren an sogenannte Checkpoint-Moleküle auf Immunzellen binden, so schalten sie genau die Immunantwort aus, mit der eine Immunzelle normalerweise ein als „fremd“ erkanntes Element im Körper angreift. Die Folge: Die Immunzelle kann den Tumor nicht länger als etwas identifizieren, das sie angreifen muss. Hier gelang in den vergangenen Jahren der größte Durchbruch in der Immuntherapie – mit der Entdeckung, dass eine gezielte Störung dieser Checkpoint-Rezeptoren die Immunzellen aktivieren und zu einer Anti-Tumor-Reaktion führen kann.

Die Anti-Tumor-Aktivität von Checkpoint-Molekülen zeigt, dass Tumoren vom Immunsystem durchaus kontrolliert werden können. Deshalb untersuchen wir seit Jahren neben diesem Ansatz auch weitere Möglichkeiten der Immuntherapie.

Erkenntnisse zum Darmmikrobiom

Die Bakterien und Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt übernehmen im Körper entscheidende Funktionen wie die Verdauung und die Vitaminproduktion.

Die Möglichkeit, Bakterien einfach umzuprogrammieren, damit sie andere Funktionen übernehmen, hat den Blickwinkel auf die Bekämpfung von Erkrankungen grundlegend verändert. In einer Kooperation untersuchen wir das Darmmikrobiom, um neue Arzneimittel zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen zu entwickeln.