Neurodermitis

Der Begriff atopische Dermatitis ist wenig geläufig. Besser bekannt ist die chronisch-entzündliche Hauterkrankung als Neurodermitis.

Was ist Neurodermitis?

Bei Neurodermitis denkt man im ersten Moment an eine Erkrankung, von der oft Kinder betroffen sind. Doch auch 2 bis 10 % der Erwachsenen weltweit leiden im Lauf ihres Lebens mindestens einmal unter der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung – Tendenz steigend. In Deutschland sind etwa 2,2 % der Erwachsenen von Neurodermitis betroffen, bei 47 bis 71 % ist die Erkrankung sogar mittelschwer bis schwer ausgeprägt.  Die Ursache der Neurodermitis ist noch nicht vollständig geklärt. Patienten haben häufig eine defekte Hautbarriere und ihr Immunsystem neigt in vielen Fällen genetisch bedingt dazu, auf bestimmte Reize aus der Umwelt zu stark zu reagieren.

Wie äußert sich Neurodermitis?

Die Symptome der Neurodermitis treten schubweise auf, sind vielfältig und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Neurodermitis äußert sich vor allem durch trockene, gerötete, schuppige und entzündete Hautstellen und einen dadurch bedingten, häufig penetranten Juckreiz. Je schwerer die Erkrankung, desto schlimmer die Symptome und somit auch die Belastung für den Patienten. Insbesondere der dauerhafte Juckreiz kann dazu führen, dass Menschen mit Neurodermitis sich blutig kratzen und aufgrund des ständigen Juckens und Kratzens unter Schlafmangel leiden.

Neben Anzeichen und Symptomen der Haut können bei Patienten mit Neurodermitis eine Reihe von Begleiterkrankungen auftreten. Außerdem kann die Erkrankung, insbesondere bei schwereren Verläufen, die Lebensqualität der Patienten deutlich mindern. So schämen sich Patienten oftmals für ihre sichtbaren Ekzeme und meiden gar soziale Kontakte. Der durch den Juckreiz bedingte Schlafmangel kann auch zu Konzentrationsschwächen und verminderter Leistungsfähigkeit führen – was verdeutlicht, dass Neurodermitis einen großen Einfluss auf den Alltag und das Leben der Patienten haben kann.

Diagnose und Therapie

Je nach Schwere der Symptome gibt es unterschiedliche Therapieoptionen. Die äußerliche Behandlung mit Cremes und Salben wird generell bei allen Schweregraden angewendet, um die Barrierefunktion der Haut zu verbessern. Auch können bei Bedarf entzündungshemmende Salben verwendet werden. Bei mittelschweren bis schweren Formen kann auch auf systemische Therapien in Form von Tabletten oder Spritzen zurückgegriffen werden. Diese wirken über den Blutkreislauf im gesamten Körper und greifen in das Entzündungsgeschehen direkt ein.

Auf dem Gebiet der Behandlung einer schweren Neurodermitis wird aktuell viel geforscht: Neue Therapieansätze geben den Betroffenen Hoffnung auf weitere Behandlungsoptionen zur Linderung der Neurodermitis und ihrer Begleiterkrankungen.