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Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Zu den rheumatischen Erkrankungen zählen viele unterschiedliche Krankheitsbilder.

Während die degenerativen Formen - wie beispielsweise Arthrose - mit verschleißbedingten Gelenkbeschwerden meist im fortgeschrittenen Alter auftreten, können von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen auch junge Erwachsene, Kinder und Jugendliche betroffen sein.


Den entzündlichen Formen gemeinsam ist die Ursache: Die Gelenke sind oft chronisch entzündet, meist durch eine fehlregulierte Immunreaktion, deren genaue Ursachen noch weitgehend unerforscht sind. Im Folgenden finden Sie Erläuterungen zu einigen rheumatischen Erkrankungen:


Psoriasis-Arthritis
Rheumatoide Arthritis
Axiale Spondyloarthritis (Axiale SpA)
Juvenile idiopathische Arthritis

 


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Psoriasis-Arthritis

Bei der Psoriasis-Arthritis tritt eine Gelenkentzündung (Arthritis) meist in Kombination mit einer Schuppenflechte (Psoriasis) auf.


Schmerzhaft gerötete und geschwollene Gelenke sind typisch für die chronisch-entzündliche Erkrankung Psoriasis-Arthritis. Fast alle Patienten, die diese Krankheit entwickeln, leiden zunächst unter der Schuppenflechte. Die Hautsymptomatik geht einer Gelenksymptomatik (Arthritis) im Schnitt zehn Jahre voraus. Schreitet die Entzündung fort, kann es zur Zerstörung von Knorpel und Knochen und damit zu Funktionseinschränkungen kommen. Die Ursachen für eine Psoriasis-Arthritis sind nach wie vor unbekannt. Es wird vermutet, dass zurückliegende Infektionen, Umwelteinflüsse, aber auch genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Bei leichteren Erkrankungsformen kommen erst schmerzstillende, entzündungshemmende Mittel zum Einsatz. Kortisonpräparate werden hier zur Behandlung von Krankheitsschüben genutzt.

 

 

 

Bei schweren Erkrankungsformen können neben DMARDs (Disease-modifying antirheumatic drug) und physikalischen Therapieformen (Krankengymnastik, Kälte- oder Wärmebehandlung, Ergotherapien) auch moderne Biologika, zum Beispiel TNF-Blocker, IL-12/23- und auch IL-17-Inhibitoren, oder Phosphodiesteras-Hemmer eingesetzt werden, die an der Ursache der Entzündung ansetzen.



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Rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis ist das häufigste chronisch-entzündliche Gelenkleiden. Frühe Diagnose und Therapie können helfen, Folgeschäden zu vermeiden. 

In Deutschland schätzt man die Zahl der betroffenen Patienten mit rheumatoider Arthritis auf ca. 440.000. An rheumatoider Arthritis können Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters erkranken. Dabei sind Frauen dreimal häufiger betroffen als Männer, mit einem Krankheitsbeginn häufig zwischen 50 und 70 Jahren.1

Charakteristische Symptome sind steife, angeschwollene, schmerzende Gelenke, Müdigkeit und Erschöpfung. Während anfangs nur wenige Gelenke angegriffen sind, entzünden sich mit der Zeit oft viele große und kleine Gelenke, wenn nicht therapiert wird. Ein weiteres typisches Zeichen ist die sogenannte Morgensteifigkeit – etwa wenn über mindestens sechs Wochen morgens die Hand- und Fingergelenke länger als eine Stunde steif sind. Je früher eine rheumatoide Arthritis erkannt und behandelt wird, desto eher bleiben die Gelenke und ihre Beweglichkeit erhalten.


Ursache der zerstörerischen Entzündungsreaktion im Körper ist eine Fehlregulation des Immunsystems, an der viele entzündungsfördernde Zytokine beteiligt sind. In einem solchen Fall werden zunächst DMARDs und Kortison eingesetzt. Wenn diese Therapie versagt, werden Biologika eingesetzt. Im Rahmen der Rheumabehandlung kommen zudem weitere medikamentöse, physikalische, ergotherapeutische, orthopädische und psychologische Behandlungsformen zum Einsatz. Für jeden Patienten sollte eine individuelle Kombination von Therapieoptionen zusammengestellt werden.

 

 

 
 
 
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Axiale Spondyloarthritis

Die axiale Spondyloarthritis (axiale SpA) ist oftmals die Ursache chronisch-entzündlicher Rückenschmerzen. Sie ist zu unterscheiden von mechanisch bedingten, nicht entzündlichen Rückenschmerzen, die auftreten können, wenn man zum Beispiel eine zu schwere Last gehoben hat. Die axiale SpA ist eine rheumatische Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen gesundes Gewebe richtet. Sie wird in die nicht röntgenologische axiale Spondyloarthritis und die ankylosierende Spondylitis (AS), auch bekannt als Morbus Bechterew, unterteilt.


Beide Erkrankungen betreffen vor allem die Wirbelsäule, aber auch andere Gelenke, Sehnenansätze, Bänder, die Haut, der Darm oder die Augen können betroffen sein. Erste Symptome zeigen sich in der Regel zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr, Schmerzen und Funktionsstörungen können den Alltag stark einschränken. Typische Anzeichen für den Morbus Bechterew und die nicht röntgenologische axiale SpA sind tiefsitzende Rückenschmerzen über mehr als drei Monate und eine Steifigkeit im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Diese Symptome treten vor allem in der zweiten Nachthälfte und in den frühen Morgenstunden auf und lassen im Laufe des Tages nach. Bewegung, nicht Ruhe, führt in der Regel zu einer Besserung der Steifigkeit und Schmerzen.


Während beim Morbus Bechterew strukturelle Veränderungen an diesen Gelenken und möglicherweise an der Wirbelsäule im Röntgenbild zu erkennen sind, bestehen diese sichtbaren Veränderungen bei der nicht röntgenologischen axialen Spondyloarthritis nicht. Allerdings sind mit der Magnetresonanztomografie (MRT) bereits Entzündungen an der Wirbelsäule sichtbar.


Als Therapie der ersten Wahl werden nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen eingesetzt, um die Entzündungen und Schmerzen zu lindern und somit die Beweglichkeit zu erhalten. Wenn mit mindestens zwei NSAR nicht das geplante Therapieziel erreicht wird, können auch Biologika wie zum Beispiel TNF-Blocker eingesetzt werden. Begleitet werden sollte die medikamentöse Therapie von regelmäßiger Physiotherapie.

 

 

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juvenile idiopathische Arthritis

Schon bei Kindern und Jugendlichen kann es zu entzündlich-rheumatischen Erkrankungen kommen. Von der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) sind allein in Deutschland etwa 20.000 Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren betroffen.2 Kommt es im Kindes- oder Jugendalter zu einer chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankung, ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie besonders wichtig, damit Wachstum sowie Entwicklung nicht gestört und Einschränkungen in der Lebensqualität – etwa in der Schule, beim Sport oder in der Freizeit – verhindert werden.

Es existieren unterschiedliche Formen der JIA, zum Beispiel die polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis (pJIA) und die Enthesitis-assoziierte Arthritis (EAA). Charakteristisch für die pJIA ist eine Entzündung von fünf oder mehr Gelenken, in der Regel symmetrisch auf beiden Körperhälften verteilt. Am häufigsten sind Hand- und Fingergelenke, Ellbogen, Knie- und Sprunggelenke betroffen. Bei der EAA kommt es neben Gelenkbeschwerden zu einer Entzündung der Sehnenansätze, insbesondere an der Ferse und der Fußsohle. Die Gelenkentzündung tritt asymmetrisch, häufig an Hüft-, Knie- und Sprunggelenken, auf.

Beide Krankheitsformen zeigen sich häufig zunächst mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit oder rascher Erschöpfung. Indirekte Schmerzreaktionen – Vermeidung körperlicher Aktivitäten, Schonhaltungen oder der Wunsch, getragen zu werden – können ebenfalls Anzeichen sein. Eltern sollten bei ihren Kindern auf diese Reaktionen achten, denn Kinder nehmen Symptome oftmals nicht als solche wahr beziehungsweise wissen nicht, dass diese ungewöhnlich sind. Bei der Diagnose geht es sowohl darum, die genaue Form zu bestimmen, als auch darum, von anderen Erkrankungen abzugrenzen. Neben dem ärztlichen Gespräch, der körperlichen Untersuchung und Laborwerten sind bildgebende Verfahren wie Sonografie (Ultraschall) oder Magnetresonanztomografie wichtige Bestandteile der Diagnostik.

Die medizinische Betreuung von Kindern und Jugendlichen sollte durch einen Spezialisten, den Kinderrheumatologen, erfolgen. Wichtige Elemente des individuellen Behandlungskonzepts sind neben Medikamenten auch Physio- und Ergotherapie sowie eine psychosoziale Unterstützung. Für die medikamentöse Therapie der JIA stehen neben nicht steroidalen Antirheumatika auch Glukokortikoide sowie Basismedikamente, z. B. Methotrexat, zur Verfügung. Biologika bilden eine weitere Substanzklasse, die bei Unverträglichkeit oder Wirkungslosigkeit der herkömmlichen Basistherapeutika angewendet werden kann.

Weiterführende Informationen: Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie

Quellen:

1 http://dgrh.de/fileadmin/media/Die_DGRH/Presse/Rheuma_in_Zahlen_presse_aktual.pdf
2 Minden K. Rheumatische Gelenkerkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Z Rheumatol 2012:71:403-16.

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